Near Field Communications (NFC)-Technologie soll Mobilfunkmarkt neue Wachstumsimpulse geben * SIM-Karte soll sicheres Speicherelement für Kontaktlos-Anwendungen im Mobiltelefon werden
Vodafone und G&D starten Initiative für Spezifikation der SIM-Karte als sicheres Element in NFC-Mobiltelefonen
Vodafone, der weltweit größte Mobilfunkbereitsteller, und Giesecke & Devrient (G&D), einer der führenden Hersteller von Smart Cards, planen die gemeinsame Entwicklung eines sicheren Speicherelements für NFC-fähige Mobiltelefone. Dieses Element, das für gesicherte Anwendungen in NFC-Mobiltelefonen bestimmt ist, ist die SIM-Karte, für die Vodafone und G&D eine entsprechende Standardisierung vorantreiben wollen.
NFC ist eine neue, drahtlose Technologie, mit der Daten zwischen zwei NFC-Geräten ohne Berührung innerhalb kurzer Reichweiten (wenige Zentimeter) übertragen werden können. Um beispielsweise eine Kreditkartenfunktion oder ein Bahnticket im Handy sicher speichern zu können, bietet sich die SIM-Karte mit ihrer bewährten, hoch sicheren Smart Card-Technologie an. Vodafone und G&D werden die Spezifikation weiter entwickeln, bevor sie sie Mitte des Jahres einem breiteren Publikum zugänglich machen.
„Wir möchten mit der Spezifikation einen weiteren, wichtigen Grundstein für mobile NFC-Ökosysteme legen. Als führendes Mobilfunkunternehmen stehen wir hier besonders in der Pflicht, unseren Mobilfunkkunden eine hoch sichere Plattform für gesicherte, kontaktlose Anwendungen wie eine Bezahlfunktion zu bieten. Die SIM-Karte sehen wir hierfür als ideale Plattform an“, beschreibt Mike Walker, Direktor Forschung und Entwicklung Vodafone Gruppe seine Motivation für das Projekt.
Zahlreiche NFC Pilotprojekte wurden bereits gestartet. In Deutschland haben Vodafone und die Deutsche Bahn soeben ein Projekt für ein neues, elektronisches Ticketing-System auf Basis von NFC zusammen mit G&D und anderen Partnern angekündigt. Die ersten Pilottests mit Touch&Travel sind für dieses Jahr auf der ICE Strecke Berlin-Hannover geplant, für die städtische U-Bahn sowie auf allen öffentlichen Nahverkehrslinien in der brandenburgischen Hauptstadt Potsdam. Nach erfolgreichem Abschluss der Tests wird der Service in ganz Deutschland eingeführt werden.
In dem Bemühen, mobile NFC-Ökosysteme auf einer herstellerunabhängigen und globalen Ebene zu etablieren, arbeitet die Industrie derzeit an der Schaffung der notwendigen Standards, um die Interoperabilität zwischen allen Systemkomponenten zu gewährleisten. Dieses Ziel verfolgt auch die Initiative von Vodafone und G&D, in der SIM-Karten als Standard-Medium für gesicherte, mobile NFC-Anwendungen festgelegt werden.
Sicheres Management mobiler NFC-Anwendungen auf der SIM-Karte
Die NFC-fähige SIM-Karte kann über das Mobilfunknetz flexibel und sicher verwaltet werden. Entschließt sich beispielsweise ein Bankkunde, sein Handy zum kontaktlosen Bezahlen zu nutzen, wird die Kreditkartenfunktion over the air (OTA), also über das Mobilfunknetz, auf die SIM-Karte in seinem Telefon geladen, was den gesamten Prozess vereinfacht. Ebenso erfolgen Aktualisierungen von Kundendaten oder der Kontaktlos-Anwendungen über diesen bequemen und gleichzeitig sicheren Weg. Dafür bietet das Unternehmen Venyon, ein Joint Venture von G&D und Nokia, den Service des sicheren Chipmanagements als unabhängiger Dienstleister für Mobilfunkbetreiber und Anbieter von NFC-Diensten an. Die Festlegung entsprechender Spezifikationen für das sichere Chipmanagement ist ein weiteres Teilprojekt der gemeinsamen Initiative von Vodafone und G&D.